Zielstellung

Trennungen und Scheidungen nehmen konstant zu. Jede dritte Ehe geht auseinander. In den Großstädten ist die Scheidungsrate deutlich höher. Das ist auch die Konsequenz aus einem neuen Rollenverständnis von Mann und Frau. Dadurch entstehen für die Eltern Freiräume, von denen auch die Kinder profitieren können. Voraussetzung ist, dass die Welten der Mutter und des Vaters auf die Lebenswirklichkeit des Kindes abgestimmt werden, ohne die gewachsenen Bindungen des Kindes zu beiden Eltern zu gefährden. Wie viel Sicherheit bietet eine hälftige Betreuung für das Kind und wie sehen die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür aus?

Thema der Tagung

Das im August 2013 erschienene Fachbuch "Wechselmodell: Psychologie - Recht - Praxis: Abwechsende Kinderbetreuung durch Eltern nach Trennung und Scheidung" von Prof. Dr. Hildegund Sünderhauf hat die Diskussion rund um das Thema kräftig beflügelt. Mittlerweile wird wieder über dieses Thema in neuer Weise gesprochen. Die Paritätische Doppelresidenz bzw. das Wechselmodell wurde noch vor 20 Jahren vorwiegend als nicht praktizierbar und kindeswohlgefährdend eingeordnet. Das hat sich geändert und neue Fragen stellen sich heute:  

Wie sind die psycho-sozialen Bedingungen für Kinder nach einer Trennung ihrer Eltern tatsächlich? Welche Voraussetzungen begünstigen das "Zweizuhause" für Kinder und wo sind Grenzen zu setzen? Wie ist der aktuelle internationale Forschungsstand und welche Konsequenzen müssen auch in Deutschland gezogen werden?

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Paritätischen Doppelresidenz entwickeln sich kontinuierlich weiter. Trotz großer Zurückhaltung der Juristen in der Praxis brechen neue Fragestellungen auf: Lässt sich eine Paritätische Doppelresidenz auch gegen den Willen eines Elternteils durchsetzen, wenn dies dem Kindeswohl nicht entgegensteht?

Auch ein Blick in die Rechtsgeschichte der letzten Jahre dokumentiert ein vorsichtig gewachsenes Bewusstsein der Richter und der Eltern. Wenn die psychologischen auf die rechtlichen Argumente treffen, dann entsteht ein interdisziplinärer Dialog. Wie können durch die Zusammenarbeit der Professionen neue Wege gefunden und praktiziert werden?

Viele Fragen, welchen wir uns auf dem Kongress stellen wollen. Raum zum Gespräch und zur Begegnung wird es im Plenum und in Arbeitsgruppen geben. Ein Podiumsgespräch der Fachleute wird den Kongress abrunden. Wir würden uns über Ihr Interesse freuen.

einzelne Vortragsthemen

In der Menüspalte links stehen unter dem jeweiligen Tagungstag Detailinformationen zu Themen, Referenten und Tagungszeiten

  • Familienleben nach Trennung und Scheidung
    Residenzmodell oder Paritätische Doppelresidenz (Wechselmodell)
  • Die paritätische Doppelresidenz in der Rechtsprechung deutscher Gerichte
  • Trennung und Bindung
  • Psychologie trifft Recht
    Psychologische Forschungsergebnisse zur Doppelresidenz und deutsches Recht im Spannungsfeld
  • Parität – keine Statik, sondern Dynamik 
    Interdisziplinäre Lösungsansätze zur Überwindung bestehender Hürden
  • Paritätische Doppelresidenz und Kindeswohl
    Möglichkeiten kindeswohlgerechter Aufenthaltsregelungen für Kinder
  • Alternierende Obhut
    Leitprinzip des Unterhaltsrechts aus grundrechtlicher Sicht
  • Life Work Balance
  • Paritätische Doppelresidenz:
    Internationale Kooperation und interdisziplinäre Vernetzung
  • Doppelt hält besser – zwei Zuhause, geht das?